Reiseberichte

Aktuelle Inhalte als RSS-Feed anzeigen

Reiseberichte


 

 

 

 

 

 

 

 


Veröffentlicht am von

Reise vom 22. bis 28. März 2014 Catania tra fuoco e mare

Catania tra fuoco e mare
Catania zwischen Feuer und Meer, Kultur - Produkte - Gastronomie
Leitung: Werner Grossmann

Reise_2805.2014_03

1. Tag/Samstag


Bahnfahrt bis Mailand – Flug mit Easyjet nach Catania, Hotel Royal ****, zentral gelegen in der Altstadt.

Ein kurzer Spaziergang führt uns zum Domplatz. Dort nehmen wir die Gelegenheit wahr, in grosser Runde draussen auf der Piazza zu geniessen, was so eine italienische Bar an Reichhaltigem zu bieten hat.

Zur Nachtessenszeit führt uns Werner in ein Restaurant, welches alles, was das Meer anbieten kann, in grosser Vielfalt den Gästen, roh oder gekocht, sorgfältig angerichtet serviert.

 

 

 

 

 

 

2. Tag/Sonntag

Reise_2805.2014_06
Ab dem 2. Tag begleitet uns Elfi, eine Fremdenführerin und Dolmetscherin, welche uns unterhaltsam und kompetent Sizilien näherbringt.

Der Ätna
Wir haben Wetterglück, der alles Dominierende ist nicht von Wolken verhüllt.
Mächtig thront er in der Ferne, der 3323m hohe Berg.
Bis wir mit unserm Bus oben auf 1980m angelangt sind, dauert es. Dies Jahr fiel wenig Schnee, das Skifahren war kaum möglich, was aussergewöhnlich ist. Wir machen einen kurzen Spaziergang um einen erloschenen Nebenkrater, bei starkem, kaltem Wind. Wer Winterkleidung mit dabei hat, ist wohlversorgt.

Die Lavalandschaft ist gewaltig. Der Ätna ist der grösste schlafende Vulkan Europas. Schlafend heisst, dass er jederzeit wieder aufwachen kann und das beweist er ja immer wieder. Ende 2013 spuckte er wieder gewaltig und Ende Januar 2014 zeigte er ganze 36 Stunden, dass mit ihm zu rechnen ist. Dieses Gebirge von Berg wurde am 21. Juni 2013 in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO aufgenommen.

Als nächstes werden wir auf dem Weingut der Familie Vivera in Linguaglossa, auf der

Nordseite des Ätna, erwartet. Dieses Gut ist mit Hilfe von EU-Geldern zu einem modernen Biobetrieb umgebaut worden. Wir werden herzlich empfangen, durch den ganzen Betrieb geführt. Am Schluss wird auch gekostet, nicht nur diesen besonderen Ätnawein, sondern auch Häppchen aus der eigenen Küche.

Zum Tagesabschluss wartet Taormina auf uns. Es ist ein vielbesuchter Ort, ein Ausflüglerort. Ein Besuch lohnt sich immer, trotz möglichem Gedränge.

Der Höhepunkt dort aber ist das griechische Theater, grossartig. Elfis lebendige Beschreibungen packen uns und lassen uns den kältenden Regen ertragen.

 

3. Tag/Montag

Reise_28052014_08
1669 fand der letzte verheerende Vulkanausbruch statt. Lava strömte bis nach Catania, bis ins Meer.

1693 wurde der Rest der Stadt durch ein Erdbeben vollends zerstört.Im 18. Jahrhundert begann der Wiederaufbau.
Weite Plätze und ein rechtwinkliges Stadtbild prägen die Stadt. Die barocken Bauten sind schwarz, ebenso die Pflastersteine. Das ist der Stein vom Ätna - hart, solide, dauerhaft.

 

Heute Morgen ist Kultur angesagt.

 

Das frühere Kloster der Benediktiner ist nun Universität. Ein Besuch lohnt sich. Eine Besonderheit ist, dass Verschüttetes, Trümmer, nicht weggeräumt wurden, sondern es wurde ganz einfach obendrauf weitergebaut.

Bevor wir uns ins Gewusel und die Gerüche des Fischmarktes begeben, besuchen wir noch den Dom, auch ein lohnender Besuch.

 

 

Reise_2805.2014_13

 

 

 

 

 

 

 

In Graniti lernen wir am Nachmittag Salvatore, einen einfallsreichen und unternehmerisch erfahrenen Rückwanderer kennen. Er hat die Produktion „Il Mercato Fud del Sud“ ins Leben gerufen.
Im Wohnhaus erwartet uns auch seine Frau und wir werden mit all den Köstlichkeiten der Produktion verwöhnt.
Salvatore gibt uns die Möglichkeit zu einem Olivenöl – Crashtest. Dass man Olivenöl kosten muss wie Wein beim Testen, ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber interessant.

Wir haben den Test bestanden.

Reise_2805.2014_01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Tag/Dienstag

Reise_2805.2014_12

 

 

 

 

 


Das honiggelbe Noto, seit 1989 „Hauptstadt des sizilianischen Barocks“, ist eine Augenweide.
Das Baumaterial ist hier nicht mehr vulkanisch - schwarz, sondern gelb, Kalkstein.
1996, nach einem leichten Erdbeben, als die Domkuppel einstürzte, kamen endlich die dringenden Renovationen in Gang. Das Resultat lässt sich wahrhaftig sehen.

Siracusa, die antike Weltstadt.

Das griechische Theater fesselt nicht nur seiner Geschichte wegen, sondern es ist auch ein wunderbarer Ort. Elfi überrascht immer wieder mit Sagen, Geschichten, Tatsachen und Vermutungen. Kaum zu glauben, aber zuoberst im Halbrund gibt es eine natürliche Quelle.Reise_2805.2014_14

Über kleine Brücken erreichen wir die Isola di Ortigia, die Altstadt, mit charmanten hohen, engen Gassen.

Auch hier gibt es eine Süsswasserquelle an einem fast unglaubwürdigen Ort – 3m vom Meer entfernt. Eine Mauer bietet ihr Schutz gegen das Meer hin. Hier ist der einzige Ort in einer europäischen Stadt, wo Papyrus wächst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise_2805.2014_11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise_2805.2014_07

5. Tag/Mittwoch

Werners Freunde, die Familie Brancati, erwarten uns.
Dort wachsen die Bioprodukte, welche Werner einführt und sofort den Verkaufsstellen zukommen lässt.
Der Empfang ist herzlich und auf dem Traktor und einem Ladewagen auf Harassen sitzend, fahren wir in die 120 Hektar grosse Zitrusplantage: Orangen- und Mandarinen dicht an dicht und voller Früchte.
Der vorgesehene Apéro entpuppt sich als volle Mahlzeit:
Blutorangensaft frisch gepresst, Würste und Spiessli vom Grill, Kräuteromeletten, Artischocken vom Grill und Wein und eine Riesentorte für die Freunde aus der Schweiz und dazu Handharmonikamusik live. 

Am Nachmittag fahren wir nach Castel di Judica, dem Dorf von Werners Freunden.

Engagierte Menschen  versuchen diesen Platz bekannt zu machen, zu zeigen, dass genau hier Geschichte stattgefunden hat und dass ihr Hügel noch voller antiker Schätze wäre, welche darauf warten ausgegraben zu werden.


Es gibt bereits ein kleines, feines Museum, aber der grosse Besucherstrom bleibt ein Wunschtraum.
Auch hier werden wir mit Spezialitäten bewirtet, welche initiative Frauen nach Rezepten aus Grossmutters Kochbuch herstellen und hoffen, damit eine Marktlücke zu füllen.Reise_2805.2014_05
Aufs Mal stehen Frauen und Männer in Trachten da und zeigen uns, wie man in Sizilien Volkstanz macht. Wir werden eingeladen mitzumachen und nach dem Olivenölcrashkurs bekommen wir sozusagen einen sizilianischen Volkstanzcrashkurs.
Als Tagesabschluss wartet noch eine Schaffarm auf uns. Dort werden Ricotta und Pecorino sorgfältig nach alter Väter Sitte hergestellt, alles ist
biozertifiziert.

Auch hier wird gekostet. Der warme Schafmilch-Schluck bräuchte Gewöhnungszeit. Der Betrieb ist blitzsauber und das Restaurant entlockt uns ein Oh!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Tag/DonnerstagReise_2805.2014_04

Heute ist der kälteste Tag, aber wir „packens“ pflegt Elfi in solchen Situationen zu sagen.

Heute: Keramik und Mosaike

Caltagirone ist die Stadt der Töpfereien, ein Geschäft neben dem andern. Berühmt ist eine breite Treppe von 142 Stufen. Jede ist auf der Stirnseite mit einem andern Kachelmuster verziert. Das Hinaufsteigen lohnt sich.
Wir können kurz einem Töpfer beim Drehen eines Kruges zuschauen. Die Töpferware ist wirklich hübsch, wird in hohen Temperaturen gebrannt, ist also auch für Abwaschmaschinen geeignet.

Villa Romana del Casale, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe.
Diese Mosaike, welche durch  einen Erdrutsch im 12. Jahrhundert verschüttet und erst in den 1950er-Jahren wieder freigelegt wurden, sind wie ein Geschichtsbilderbuch aus römischer Zeit -  zum Verweilen.
Die Figuren bei den Mosaiken wurden von Künstlern vor Ort gelegt, die Bodenplatten, etwas wie Serienarbeit, waren in Nordafrika vorfabriziert und dann hier verlegt worden.
Den Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Essen ausklingen - ein letztes Mal Sizilien auf dem Teller und Sizilien im Glas. Salute!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise_28052014_09

 

7. Tag/Samstag


Märitspaziergang: Kleider, Schuhe, Kosmetik etc., aber vor allem Gemüse und Früchte; unglaublich diese Vielfalt von Formen, Farben, Gerüchen. Dazu scheint warm die Sonne. Ein letzter caffè oder ein cappucino in der Bar muss noch sein, dann: Arrivederci Sicilia!

2.4.2014, Marianne Boss




 




 

Gesamten Beitrag lesen